Ein Blick in die Geschichte der Blankenstein-Apotheke

Die Blankenstein-Apotheke blickt auf eine lange Tradition in Gladenbach zurück.
Die Geschichte der ältesten Apotheke Gladenbachs beginnt bereits im 18. Jahrhundert.



Der 1719 in Gladenbach geborene spätere Amtschirurg Ernst Diel beschäftigte sich nebenher auch mit der Herstellung von Arzneimitteln und betrieb schließlich ab 1760 hier eine Apotheke. Er ersparte so manchen Patienten den weiten Weg nach Marburg oder gar nach Gießen.

Dr. Nies, der Amtsarzt mokierte sich 1810 in einer Stellungsnahme zur Einrichtung einer Apotheke in Gladenbach wie folgt: "Vor 40/50 Jahren hatte ein gewöhnlicher Wundarzt daher, namens Diehl, eigenmächtig und wie zu vermuthen ist, ohne die erforderlichen Kenntnisse seiner Apotheke errichtet, und theils durch Pfuscherei, theils aber durch den Handel mit anderen Waaren dem ganzen ein solches Ansehen zu geben gewusst". Ob der Sohn und Arzt Dr. Diel an der Apotheke Anteil hatte, war Nies, der das Ansehen der Apotheke nicht leugnen konnte, angeblich unbekannt.
Nach Diels Tod erhielten die Amtsärzte die Genehmigung, die Apotheke als Hausapotheke weiterzuführen. Sie taten es gern, denn sie bekamen dadurch gleichzeitig die dazugehörende Wohnung.

1810 beantragte Tobias Heinzerling von Biedenkopf für seinen Sohn die Konzession für eine neue Apotheke in Gladenbach. Dieser hatte die Apothekenkunst beim Apotheker Großmann in Battenberg erlernt und "auch einige Zeit die hochlöbliche Landesuniversität frequentiert." Der Amtsarzt, der um seine Einnahmen besorgt war und auch der Amtmann gaben negative Stellungen ab, und das Gesuch wurde abgelehnt.

Im Jahr 1819 machte ein Carl Günther aus dem Waldeckschen erneut einen Vorstoß.
Er gab vor, seit 14 Jahren in der Apothekenkunst tätig zu sein. Noch während sein Gesuch bearbeitet wurde, beantragte Carl Leberecht Lang aus Wallerstein in Bayern ebenfalls die Konzession. Er erhielt den Zuschlag, weil er bereits als Provisor an der Professor-Nebelschen-Apotheke in Gießen arbeitete und beste Zeugnisse besaß.
Am 15. Dezember 1819 erhielt er das "privilegium exclusivum", die großherzogliche Genehmigung vom Landesherren. Im Jahre 1820, nach seiner Einbürgerung, der Ablegung des Huldigungs- und Apothekeneides, eröffnete er die zweite, aber erste priviligierte Apotheke Gladenbachs, die heutige Blankenstein-Apotheke.
Lang starb im Jahre 1856. Schon vorher, als er unheilbar krank war, beantragte Dr. Deibel die Bestellung eines Provisors, weil Lang nicht mehr in der Lage, sein Geschäft zu beaufsichtigen.
1856 erwarb der Giessener Apotheker Carl Buff die Apotheke von Langs Witwe.

Von 1872 bis 1944 hatten dann zunächst Carl und dann Robert Sames die Apotheke inne.

In den darauffolgenden 16 Jahren pachteten G. Müller-Sohler (1944-1946) und H. Brennemann (1946-1960) die Apotheke, bevor sie 1960 Hans-Georg Schmidt übernahm. Schmidt baute die Apotheke zum ersten Mal 1961 um. Im Jahre 1977 wurde sie zum zweiten Mal umgebaut und modernisiert, da unter anderem die Höhe der Räume für eine Apotheke nicht mehr ausreichend waren. Hans-Georg Schmidt übergab die Apotheke dann 1993 an seine Tochter Petra Reibenwein.

Im Juli 2009 übergab Petra Reibenwein die Apotheke weiter an Apotheker Alexander Stauß der zuvor bereits 5 Jahre im Angestelltenverhältnis in der Blankenstein-Apotheke beschäftigt war. Seitdem leitet Alexander Stauß die Geschichte der Blankenstein-Apotheke und führt die Werte einer modernen Apotheke mit Tradition fort.



Apothekeninhaber

Carl Leberecht Lang 1819 - 1856

Carl Buff 1856 - 1872

Carl Sames 1872 - 1908

Robert Sames 1908 - 1944

G. Müller-Sohler 1944 - 1946

H. Brennemann 1946 - 1960

Hans-Georg Schmidt 1960 - 1993

Petra Reibenwein (geb. Schmidt) 1993 - 2009

Alexander Stauß seit 2009

Autor: Blankenstein-Apotheke